🧪 Ein Impfstoff gegen Rotaviren bei 288 Kleinkindern getestet

Ein experimenteller Impfstoff mit inaktivierten Rotaviren löste bei Kleinkindern während einer ersten klinischen Studie zu seiner Sicherheit eine Immunantwort aus.

Das Rotavirus verursacht vor allem Durchfall und Erbrechen bei Säuglingen und Kleinkindern. Das größte Risiko geht vom erheblichen Flüssigkeitsverlust aus, der darauf folgen kann. Impfstoffe gibt es bereits, sie beruhen jedoch auf abgeschwächten lebenden Viren und werden über den Mund verabreicht.

Symbolbild Pixabay

Symbolbild Pixabay

Der neue Ansatz unterscheidet sich. Das verwendete Virus wurde inaktiviert: Es kann sich daher nicht mehr vermehren. Ziel bleibt es, das Immunsystem darauf zu trainieren, das Rotavirus vor einer tatsächlichen Infektion zu erkennen. In dieser ersten Studie sollte vor allem geprüft werden, wie die Kinder diese Zubereitung vertrugen, und die Reaktion ihrer Immunabwehr gemessen werden.

Die Forschenden rekrutierten 288 gesunde Kinder im Alter von 2 bis 71 Monaten. Keines hatte zuvor einen Impfstoff gegen Rotaviren erhalten. Die Teilnehmenden wurden nach ihrem Alter eingeteilt und erhielten zwei oder drei Dosen. Es wurden drei verschiedene Impfstoffmengen getestet, mit einem Placebo zum Vergleich.

Die bisherigen Ergebnisse zur Sicherheit sind ermutigend. In den untersuchten Gruppen wurde kein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis beobachtet, das dem Impfstoff zugeschrieben wurde. Bei Säuglingen, die die höchste Dosis erhielten, wurden jedoch leichte bis mittelschwere, vorübergehende Fieber gemessen. Diese konnten medizinisch behandelt werden.

Die Blutanalysen zeigten außerdem einen Anstieg der Antikörper, die das Virus neutralisieren können. Diese Reaktion wurde insgesamt stärker, wenn die Impfstoffmenge zunahm. Bei den Säuglingen, die drei Dosen der höchsten Impfstoffmenge erhalten hatten, zeigten 83,33 % den von den Forschenden festgelegten Antikörperanstieg, gegenüber 10 % mit dem Placebo.

Auch die Zahl der Injektionen scheint eine Rolle zu spielen. In dieser Studie führte das Drei-Dosen-Schema zu einer stärkeren Immunantwort als das Schema mit zwei Dosen. Das bedeutet jedoch noch nicht, dass der Impfstoff Kinder tatsächlich vor einer Rotavirus-Gastroenteritis schützt. Eine Phase-I-Studie ist nicht darauf ausgelegt, diese Wirksamkeit unter realen Bedingungen nachzuweisen.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Die Bildung von Antikörpern ist ein erwarteter Schritt bei der Entwicklung eines Impfstoffs, doch der Schutz vor der Krankheit muss in größeren Studien gemessen werden. Außerdem müssen die Nebenwirkungen bei einer größeren Zahl von Teilnehmenden weiter überwacht werden.

In den nächsten Studien können die geeignetste Dosis und die optimale Zahl der Verabreichungen bestimmt werden. Anschließend lässt sich direkt messen, wie gut der Impfstoff Infektionen und schwere Krankheitsverläufe verhindern kann.