🧲 Um einen entstehenden Stern windet sich ein Magnetfeld wie eine Feder

Um einen noch in der Entstehung befindlichen Stern haben Astronomen ein Magnetfeld beobachtet, das sich um einen starken Gasstrom windet. Diese Form, die von Modellen seit Langem vorhergesagt wird, könnte erklären, wie manche junge Sterne Materie in schmalen Jets statt in alle Richtungen ausstoßen.

Das untersuchte Objekt NGC 1333 IRAS 4A befindet sich etwa 956 Lichtjahre von der Erde entfernt. Es enthält zwei Protosterne, also zwei sehr junge Sterne, die dank des sie umgebenden Gases und Staubs weiter wachsen.

NGC 1333 – Die Molekülwolke im Perseus, ein Ort der Sternentstehung

NGC 1333 – Die Molekülwolke im Perseus, ein Ort der Sternentstehung

Ein Teil dieser Materie fällt auf die Sterne zu. Ein anderer Teil wird dagegen in Form von Jets ins All zurückgeschleudert. Die Forscher versuchen seit Langem zu verstehen, wie diese Jets über große Entfernungen so schmal bleiben.

Das Magnetfeld scheint einen Teil der Antwort zu liefern. Während die Materie um den jungen Stern rotiert, zieht sie die Feldlinien mit sich. Diese winden sich schließlich um den Jet, wie ein Faden um ein Rohr.

Diese gewundene Form kann das Gas dann nahe an der Achse des Jets halten. Mit anderen Worten: Das Magnetfeld hilft der ausgestoßenen Materie, sich in eine bestimmte Richtung zu bewegen, statt sich allmählich zu den Seiten hin zu zerstreuen.

Um diese unsichtbare Struktur zu beobachten, nutzte das Team das Radioteleskopnetzwerk ALMA in Chile. Das vom Gas ausgesandte Licht ermöglicht es, die Ausrichtung des Magnetfelds indirekt zu bestimmen. Die Messungen zeigen, dass es den Materiestrom tatsächlich umgibt und seiner Drehbewegung folgt.

Die Beobachtung liefert damit direkte Unterstützung für ein Szenario, mit dem die Entstehung stellarer Jets erklärt wird. Bislang war diese Form des Magnetfelds aufgrund der Modelle erwartet worden. Nun verfügen die Forscher über eine Beobachtung, mit der sie genauer untersuchen können, wie der Magnetismus die Materie um noch entstehende Sterne lenkt.