Bei mehr als 100 km/h prallt der Basstölpel mit dem Kopf voran auf die MeeresoberflÀche, ohne sich das Genick zu brechen.
Aus der Luft entdeckt dieser Seevogel einen Schwarm Fische, legt seine FlĂŒgel an und stĂŒrzt wie ein Pfeil hinab. Er kann mit etwa 113 km/h ins Wasser eintauchen. Bei dieser Geschwindigkeit wĂŒrde ein Mensch schwere Verletzungen erleiden. Wie hĂ€lt also ein Vogel mit einem so langen Hals den Aufprall aus?

Basstölpel
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Forschende der University of Washington wollten verstehen, was in seinem Skelett passiert. Sie untersuchten die Wirbel mehrerer in einem Museum aufbewahrter Vögel und verglichen sie anschlieĂend mit denen von Arten, die nicht auf diese Weise tauchen. Mithilfe von Scans konnten sie die Knochen dreidimensional betrachten.
Der erste Unterschied springt ins Auge: Bei Basstölpeln und ihren nahen Verwandten sind die Halswirbel kĂŒrzer, breiter und dicker. Sie Ă€hneln eher kleinen, massiven Blöcken als den lĂ€nglichen Wirbeln vieler anderer Vögel. Ihre Form könnte die beim Auftreffen auf das Wasser wirkenden KrĂ€fte besser verteilen.
Die Forschenden entdeckten jedoch auch ein weniger auffĂ€lliges Detail. Zwischen mehreren Wirbeln gibt es zusĂ€tzliche KontaktflĂ€chen, die wie kleine StĂŒtzen wirken. Sie befinden sich insbesondere zwischen dem zweiten und sechsten Halswirbel. Diese StĂŒtzen könnten verhindern, dass der Hals bei einem leicht schrĂ€gen Tauchgang abrupt nach hinten kippt.
Der Vogel verlĂ€sst sich nicht nur auf seine Knochen. Bevor er das Wasser berĂŒhrt, streckt er den Hals und spannt seine Muskeln an, um den Kopf in einer Linie mit dem Körper zu halten. Sein spitzer Schnabel und seine stark stromlinienförmige Haltung tragen ebenfalls dazu bei, die Wucht des Eintauchens zu verringern.
Die Forschenden fanden auch bei anderen tauchenden Vögeln, etwa bei Eisvögeln, eher robuste Wirbel. Bei ihnen beobachteten sie dagegen nicht dieselben zusĂ€tzlichen StĂŒtzen. Sehr unterschiedliche Arten scheinen daher mehrere Lösungen entwickelt zu haben, um eine vergleichbare Bewegung auszufĂŒhren.
Diese Studie zeigt vor allem, dass die Form der Wirbel eng mit der Art und Weise zusammenhÀngt, wie diese Vögel jagen. Die Forschenden wollen nun genauer untersuchen, wie die KrÀfte im Moment des Aufpralls durch den Hals verlaufen.
Diese Besonderheiten könnten sogar dabei helfen, die Lebensweise ausgestorbener Vögel zu erkennen. Ein Fossil mit einigen gut erhaltenen Wirbeln könnte zeigen, dass auch ein urzeitlicher Vogel mit hoher Geschwindigkeit tauchte, um seine Fische zu fangen.