Zum ersten Mal haben Astronomen Radiowellen direkt auf einem Planeten außerhalb des Sonnensystems lokalisiert.
Dieser Planet, β Pictoris b, ist ein Gasriese, der den Stern β Pictoris umkreist. Bislang waren in Systemen mit Exoplaneten bereits Radiosignale entdeckt worden. Es blieb jedoch schwierig festzustellen, ob diese Emissionen tatsächlich vom Planeten oder von seinem Stern stammten.

Künstlerische Darstellung von β Pictoris b innerhalb der den Stern umgebenden Trümmerscheibe.
Quelle: ESO/L. Calçada — CC BY 4.0.
Die Forschenden nutzten MeerKAT, ein Netz aus Radioteleskopen in Südafrika. Sie beobachteten β Pictoris b mehrfach und entdeckten sehr kurze Radioblitze. Ihre Position entspricht der des Planeten und nicht der des Sterns. Die Signale wurden zwischen 0,85 und 3,5 GHz aufgezeichnet.
Ein weiterer Hinweis: Diese Wellen besitzen eine typische Eigenschaft von Emissionen, die von geladenen Teilchen erzeugt werden, die von einem Magnetfeld geführt werden. Im Sonnensystem begleitet ein vergleichbares Phänomen die Polarlichter mehrerer Planeten. Die Autoren vermuten daher, eine von β Pictoris b ausgehende Polarlichtemission zu beobachten.
Diese Entdeckung ermöglicht vor allem, das Magnetfeld des Planeten direkt abzuschätzen. Sein Wert würde in der Region, in der die Radiowellen entstehen, mindestens 1.250 Gauß erreichen. Zum Vergleich: Das an der Erdoberfläche gemessene Magnetfeld liegt unter 1 Gauß.
Ein Magnetfeld gibt Aufschluss darüber, was im Inneren eines Planeten geschieht. Es kann außerdem beeinflussen, wie dessen Atmosphäre mit den von seinem Stern ausgesandten Teilchen wechselwirkt. Bislang waren diese Felder auf Exoplaneten direkt nur sehr schwer zu messen.
Das Ergebnis muss allerdings noch bestätigt werden. Die Studie wurde auf arXiv hinterlegt und hat den vollständigen Begutachtungsprozess einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift noch nicht durchlaufen. Die Autoren fanden jedoch bei mehreren Beobachtungen erneut Emissionen mit übereinstimmenden Eigenschaften.
Zukünftige Radiobeobachtungen könnten nach derselben Art von Signal bei anderen Welten suchen. Diese Methode könnte dann Zugang zu einer bislang weitgehend unzugänglichen Eigenschaft von Exoplaneten ermöglichen: ihrem Magnetfeld.