🧠 Dieser Süßstoff könnte die Gefäßfunktion des Gehirns stören

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Erythritol, ein Süßstoff, der in zuckerfreien Produkten verwendet wird, hat mehrere Funktionen von im Labor kultivierten Hirngefäßzellen beeinträchtigt. Die Ergebnisse betreffen insbesondere die Erweiterung der Blutgefäße, oxidativen Stress und die Auflösung von Blutgerinnseln.

Das Team der Universität von Colorado in Boulder untersuchte humane mikrovaskuläre Hirn-Endothelzellen. Diese Zellen kleiden die kleinen Blutgefäße aus, die das Gehirn mit Blut versorgen. Sie sind an der Steuerung des Blutflusses und am Austausch zwischen Blut und Hirngewebe beteiligt.

Erythritol - Bild: Wikimedia

Die Forscher setzten die Zellen drei Stunden lang einer Konzentration von 6 Millimol pro Liter Erythritol aus. Laut der Studie entspricht dieser Wert der erwarteten Belastung nach der Aufnahme von etwa 30 g in einem gesüßten Getränk. Nicht exponierte Zellen dienten als Vergleichsgruppe.

Nach dieser Behandlung verdoppelte sich die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies nahezu. Diese hochreaktiven Moleküle können Zellbestandteile schädigen, wenn sie zu zahlreich werden. Die Zellen steigerten außerdem bestimmte antioxidative Proteine, was auf eine Abwehrreaktion auf diesen Stress hindeutet.

Erythritol veränderte auch die Signale, die den Gefäßdurchmesser steuern. Die Produktion von Stickstoffmonoxid, eines Moleküls, das die Gefäßerweiterung fördert, nahm ab. Die Produktion von Endothelin-1, das dagegen zur Gefäßverengung beiträgt, nahm zu. Ein solches Ungleichgewicht könnte den Blutfluss im Gehirn beeinträchtigen.

Ein weiteres Experiment befasste sich mit dem Gewebe-Plasminogen-Aktivator, kurz t-PA. Dieses Protein hilft dem Körper, Blutgerinnsel aufzulösen. Nach einer Stimulation mit Thrombin setzten die mit Erythritol behandelten Zellen weniger t-PA frei als die Kontrollzellen.

Diese Mechanismen sind mit einer weniger schützenden Gefäßfunktion vereinbar, aber ihre klinische Bedeutung ist unbekannt. Die Studie beruht auf einer einzigen Zelllinie, einer kurzen Exposition und einer einzigen Konzentration. Sie berücksichtigt weder die Verdauung noch den Stoffwechsel noch die Ausscheidung des Süßstoffs im gesamten Organismus.

Die Autoren schätzen, dass diese Beobachtungen helfen könnten, bereits festgestellte Zusammenhänge zwischen erhöhten Erythritolkonzentrationen im Blut und bestimmten kardiovaskulären Ereignissen zu erklären. Studien am Menschen bleiben notwendig, um die tatsächlichen Auswirkungen eines regelmäßigen Konsums, die betroffenen Dosen und möglicherweise stärker gefährdete Bevölkerungsgruppen zu bestimmen.

MO
Moka72

30 g in einem Getränk, das erscheint mir riesig, oder? Ich wäre neugierig zu wissen, wie viel tatsächlich in gängigen Produkten enthalten ist.